Gespeichert unter: 1997, Psycho Realm | Schlagworte: B-Real, Big Duke, Psycho Realm, Sick Jacken, Sick Symphoniez

The Psycho Realm – The Psycho Realm
Jahr: 1997
Label: Columbia/Ruffhouse
NEW ADDITION TO CYPRESS HILL FAMILY verkündete der große Sticker auf der Hülle dieses 97er Albums. Die Geschichte dazu: B-Real von Cypress Hill war dermaßen begeistert von Psycho Realm aus dem Pico-Union-Viertel von LA, dass er mitmachen wollte. Weil die Brüder Big Duke und Sick Jacken aber eine strikte No-Feature-Politik vertraten, was ihre Musik anging, machte man ihn kurzerhand zum vollwertigen Mitglied der Gruppe. So profitierten alle Beteiligten: die Brüder konnten ihr Debüt bei der Sony -Tochter Columbia rausbringen und bekamen so Zugang zu einem breiteren Publikum, und B-Real konnte auf einem der besten Rap-Alben der späten 90er mitwirken.
Die selbst produzierten Beats passen wie maßgeschneidert zu den nasalen Raps von Jacken und B-Real und der rauhen Stimme Dukes, textlich wird eindeutig die düstere Schiene gefahren. Der perfekte Sound um im Cabrio mit dicken Jacken durch LA zu cruisen, wenn der nukleare Winter die Sonne verdunkelt hat. Von alltäglicher Straßengewalt und globaler Vernichtung, von Hass und Liebe, Leben, Verrat und Tod handeln die Geschichten. Einzelne Empfehlungen erübrigen sich bei diesem Album, es ist mehr als eine Art von Gesamtwerk zu betrachten, ohne Ausfälle. Krönender Abschluss: die episch angelegte La-Conecta-Saga, verteilt auf die letzten beiden Nummern, inklusive genialem Friends-of-Distinction-Sample (…you got me going in circles…), ist wie Kino für die Ohren.
1999, kurz vor der Veröffentlichung des zweiten Albums A War Story Book I, wurde Big Duke in LA niedergeschossen und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Dennoch erschien 2003 das vorerst letzte Album der Crew, A War Story Book II; das enthaltene Material von Big Duke war bereits vor dem tragischen Zwischenfall aufgenommen worden. Meiner Meinung nach sind alle drei Alben absolutes Pflichtprogramm. Ebenfalls sehr zu empfehlen sind die Projekte Sick Symphoniez, Street Platoon sowie das Soloalbum Sick Jackens mit DJ Muggs, The Mask and the Assassin. Die Gasmaske bleibt auch nach der goldenen Zeit ein Garant für gute Musik.
Gespeichert unter: 1992, The Goats, Videos | Schlagworte: Do the Digs Dug, Goats, Tricks of the Shade, Typical American

The Goats – Tricks of the Shade
Jahr: 1992
Label: Columbia Ruffhouse
Ich weiß, ist schon etwas länger her dass es hier was Neues gab. Ich könnte jetzt erzählen wieso, dass ich im Stress war und keine Zeit hatte, dass ich immer zu spät zu Hause war, zu müde, bla bla bla. Stattdessen werde ich das Meckern ein paar Jungs aus Philadelphia überlassen, die das ganze auf höherem Niveau tun als ich: The Goats, der beste Beweis dafür, dass manche Wörter auf englisch halt doch wesentlich besser klingen als auf deutsch. Oder gibt es hierzulande eine Crew, die sich freiwillig „Die Ziegen“ nennen würde? Eher nicht.
Aufmerksam auf die Goats wurde ich – wie könnte es anders sein – durch YO! MTV Raps. Dort lief das Video zu Typical American, der ersten Single dieses feinen Albums. MC Oatie trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift Bush, das S ist ersetzt durch ein Hakenkreuz. Interessant. Das war wohl das erste und einzige Mal, dass dieses Video läuft, dachte ich. Ich also ab zum Virgin Megastore, damals noch am Ku’Damm, um die CD zu holen. Vinylfanatiker schreien auf, aber der Aufdruck „This Compact Disc contains seven Bonus Tracks“ ist ein gutes Argument für den Silberling, auch wenn das geniale Artwork ein LP-Cover verdient hätte.
Wie dem auch sei, es geht um die Musik, und die ist über jeden Zweifel erhaben. Die Beats sind abwechslungsreich und dick, Saxophone, Live-Gitarren, Turntables – alles am Start, und den MCs hört man an, dass sie Spaß haben. Die Texte sind größenteils politisch, es wird der Frust über den George W.’s Daddy abgelassen, Rassismus wird angeprangert und Rechte werden eingefordert. Zudem macht sich immer mal wieder ein leichter Cypress-Hill-Einfluss bemerkbar. Liegt wohl auch am Producer und Ruffhouse-Gründer Joe „The Butcher“ Nicolo, der so manchen Song vom Zypressenhügel auf dem Gewissen hat.
Tracks wie Burn The Flag, Do The Digs Dug oder der Titeltrack Tricks of the Shade zeigen, dass man politische Inhalte vermitteln kann, ohne langweilig und steif rüberzukommen. Das Zuhören macht einfach Spaß, und auch wenn’s komisch klingt: man kann sogar was lernen. Die Tracklist ist lang, mit vielen Interludes, die ausnahmsweise mal keine Lückenfüller sind, sondern das Gesamtkonzept abrunden. Wer das Album hört und nicht mindestens 5 Ohrwürmer mitnimmt, hat irgendwas falsch gemacht.
Zum Schluss das Video zu Do The Digs Dug mit Mission-Impossible-Cut, kommt heute so gut wie damals. Ahh, die Erinnerungen!
Und weil ich so lange weg war hier noch ein Video, nämlich Typical American:
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Für alle denen es cliptechnisch zu bunt geworden ist: hier ist meine persönliche
Top 10 der besten in s/w abgedrehten Videos
aus der Golden Era. Ein schöner Kontrast zu vielen auf Hochglanz polierten Videos der Neuzeit, wie ich finde. Auswahlkriterium war – neben der Farbe bzw. dem Fehlen derselben – die Harmonie zwischen Bildern und Track, und hier ist das Ergebnis (natürlich wieder nur Klassiker):

The Pharcyde – Passin’ Me By
Der Track für alle, deren Welt vom schönen Geschlecht auf den Kopf gestellt wurde; Pharcyde aus LA hatten immer innovative Videos am Start, dieses hier ist ihr zweites.
Too $hort – I Want To Be Free
„Shorty The Pimp“ gegen die alltägliche Polizeigewalt in den Straßen von East Oakland:
Eric B. & Rakim – In The Ghetto
Damals wurde dieser düstere Track mit dem nicht minder düsteren Video bei Yo! rauf und runter gespielt, urbane Trostlosigkeit in Perfektion.
D-Nice – 25 Ta Life
D-Nice erzählt, wie kurz der Weg vom lockeren Sommerflirt zu 25 Jahren bis lebenslänglich ist.

Nas – The World Is Yours
Dazu muss man wohl nicht viel sagen. Die Welt gehört uns.

Buckshot LeFonque – No Pain No Gain (Salaam Remi Remix)
Branford Marsalis (Ex-Bandleader von Jay Leno’s Tonight Show) spielt das Saxophon, das Video vermittelt NY-Atmosphäre, und der Track ist ein leider unterschätzter Klassiker.
Craig Mack feat. Notorious B.I.G., LL Cool J, Busta Rhymes & Rampage – Flava In Ya Ear (Remix)
So minimalistisch wie der Track kommt auch das Video daher, trotzdem mit wegweisendem Style; ein Remix der das Original audiovisuell in den Schatten stellt.
Slick Rick – Mistakes
Der unbestrittene König des Storytelling erzählt von Frauen die einen anderen lieben, das Video passt perfekt und hat schon fast einen künstlerischen Anspruch.
Gang Starr – Just To Get A Rep
Minimalismus ist auch hier Trumpf, eins von Preemos frühen Glanzstücken, und das Video erzählt eine eigene Geschichte.
Ice Cube – Dead Homiez
Platz 1 belegt Ice Cube mit einem Abgesang auf seine toten Freunde, und bunte Farben wären hier mehr als Fehl am Platze. Die Kombination aus Beat, Text und Bildern beschert auch heute noch Gänsehaut.
Gespeichert unter: 1996, Smoothe Da Hustler, Tracklist, Videos | Schlagworte: Once Upon A Time In America, Smoothe Da Hustler, Trigger Tha Gambler
Smoothe Da Hustler – Once Upon A Time In America
Jahr: 1996
Benannt nach dem episch angelegten Film von Sergio Leone mit Robert DeNiro, erschien das Debüt von Smoothe Da Hustler 1996 auf Profile Records. Wer den Film gesehen hat, stellt höchstwahrscheinlich hohe Erwartungen an ein Album mit dem selben Namen… was soll man sagen, außer: es ist immer schön, wenn hohe Erwartungen nicht enttäuscht werden, wie in diesem Falle. Diese Platte fängt die Atmosphäre der rauen 90er Jahre an der Ostküste perfekt ein.
Nach einem kleinen Intro geht es auch gleich in die vollen, nämlich mit Fuck Whatcha Heard featuring Trigger Tha Gambler (Smoothes Bruder und andere Hälfte der Smith Brothers). Die MCs und der langsam dahinrollende Beat passen zusammen wie die berühmte Faust aufs Auge, und der Track verbreitet eine derart bedrohliche Stimmung, dass man unweigerlich die Deckung hochnimmt, falls er einem direkt aus den Boxen an die Kehle gehen sollte. Das gilt auch für die meisten der anderen Stücke, langsam, aber mit ungemein aggressiver Energie, was nicht zuletzt an Smoothes Reibeisenstimme liegt. Natürlich behauptet er sich auch auf zurückgelehnteren Tracks wie dem hervorragenden Only Human.
Außer seinem Bruder Trigger ist nur noch D.V. alias Christ als Gastrapper vertreten, der mit seinem einzigartigen Singsang-Style Dollar Bill und Murdafest perfektioniert. Aber mehr Gäste braucht dieses Album auch nicht, Smoothe dreht jeden Beat alleine souverän durch die Mangel. Selbstverständlich ist auch sein bekanntestes Stück mit dabei, Broken Language, und wer nicht weiß wovon ich rede, der hat einen der innovativsten Songs der 90er verpasst – auch auf deutsch haben viele versucht das Ding nachzumachen, mal mehr (Feinkost Paranoia – Der Schwaller), mal weniger (Hausmarke – Turntablerocker) gelungen. Das Ding ist jedenfalls ein Knaller: keine Hook, kein R&B, kein garnichts. Nur ein minimalistischer Brecher-Beat von DR Period (der das ganze Album produziert hat), dazu Smoothe plus Trigger am Mikrophon, die abwechselnd das tun was sie am besten können: Rap ohne Umweg direkt von Brooklyns Straßen liefern. Den Track kann man in 25 Jahren spielen, und er wird immer noch einer der härtesten sein. Die Verkörperung all dessen, was ich am 90er NYC HipHop geliebt habe.
Hört das Album, dann wisst Ihr warum Smoothe sich zu Recht Da Hustler nennt. Und jetzt Kapuze auf, Spliff angefeuert und die Nackenmuskeln einrasten lassen:
Tracklist
1.Once Upon A Time
2.Fuck Whatcha Heard feat. Trigger Tha Gambler
3.Dollar Bill feat. D.V. Alias Christ
4.Glocks On Cock
5.Broken Language feat. Trigger Tha Gambler
6.Speak My Peace
7.Neva Die Alone
8.Food For Thoughts
9.Family Conflicts
10.Only Human
11.Hustler’s Theme
12.Murdafest feat. Trigger Tha Gambler & D.V. Alias Christ
13.Hustlin’
14.My Brother My Ace feat. Trigger Tha Gambler
15.Dedication
Gespeichert unter: 1993, Souls Of Mischief, Videos | Schlagworte: 93 Til Infinity, Souls Of Mischief
Die Sonne scheint, Zeit den Sommer mit einem Klassiker einzuläuten:
Ein zeitloser Hit, von ‘93 bis in die Ewigkeit…
Gespeichert unter: 1994, Alben, Crustified Dibbs, Download, RA The Rugged Man, Videos | Schlagworte: Crustified Dibbs, Night Of The Bloody Apes, RA The Rugged Man

Crustified Dibbs – Night Of The Bloody Apes
Jahr: 1994
R.A. The Rugged Man hatte schon immer viel Pech. Vielen sicherlich bekannt durch sein Album Die Rugged Man Die oder das über jeden Zweifel erhabene Feature auf Uncommon Valor: A Vietnam Story der Jedi Mind Tricks, ist der gute Mann schon viel, viel länger musikalisch aktiv. Aber wie es manchmal so ist, Labelpolitik und sonstige Widrigkeiten des Lebens ließen sein Debüt erst 2004 erscheinen. Und so scheint sich sein Pech fortzusetzen, denn das Album ist zwar Hammer, aber zu neu für die Golden Era.
Aber Internet sei Dank erblicken auch verloren geglaubte Releases das Licht der Öffentlichkeit. So geschehen mit R.A.s eigentlichem, aber von Jive Records eingestampften Debütalbum, Night Of The Bloody Apes, 1994 aufgenommen unter dem Namen Crustified Dibbs. Das Video zu Bloodshed Hua Hoo habe ich damals auf VIVA Freestyle gesehen. Definitiv ein Kopfnicker, animierte der Song auch noch zum unkontrollierten durch-die Gegend-springen mit heraushängender Zunge, zum Kopf-gegen-die-Wand-schlagen, zum Zerstören des Mobiliars und sonstigen Aktivitäten. Absolut völlig und 100%ig durchgeknallt.
Genau so verhält es sich mit dem ganzen Album, das seinen Titel einem wunderschönen HorrorExploitation-Film verdankt. Auch wenn die Nacht der blutigen Affen auf den ersten Blick seltsam klingt, so würde doch kein anderer Name diesem Teil gerecht werden. Sex, Gewalt und Wahnsinn, ein Notorious B.I.G.-Feature auf Cunt Renaissance, Gummizellen, blutige Äxte, und essentielle Stücke wie Walking Down The Street With My Nuts In My Hand machen das Werk zu einem Muss für Halbtagswahnsinnige und Anstaltsinsassen.
Also, Video reinziehen, ausrasten, und wer sich traut lädt sich noch das Album runter… miese Soundqualität, aber eine unverzichtbare Rarität und für alle, die einen an der Waffel haben.
Tracklist
1.You Ain’t Never Been Down
2.Toolbox Murderer
3.Bloodshed Hua Hoo
4.Walking Down The Street With My Nuts In My Hand
5.Every Record Label Sucks Dick
6.R.A. Meets A.R.
7.Hookin’ With The Hookers
8.Bloody Axe
9.R.A.Classroom (Skit)
10.R.A. Be Down
11.Cunt Renaissance ft. Biggie Smalls
12.Back To The Rubber Room
13.Interlude
14.Statchy
15.Bloody Body Parts In Da Fruit Punch Bowl
16.Bloodshed Hua Hoo (Nigga Niles Crusty Remix)
Gespeichert unter: 1992, Main Source, Videos, Yo! MTV Raps | Schlagworte: Fakin' the Funk, Main Source, Neek the Exotic
Gerade bei Youtube entdeckt, Main Source ft. Neek the Exotic mit Fakin’ The Funk, live bei YO! MTV Raps! Was für eine Energie. Da werden Erinnerungen wach. Checkt vor allem auch Ed Lover, wie er gegen Ende – stilsicher im violetten Trainingsanzug – ein paar wack MCs disst… sogar Gerardo (kennt einer noch „Rico Suave„? Ich habe es gehasst !) bekommt sein Fett weg.
Gespeichert unter: 1994, Alben, Gravediggaz, Videos | Schlagworte: 6 Feet Deep, Gravediggaz, Niggamortis

Gravediggaz – 6 Feet Deep
Jahr: 1994
„Super Group“ war die Bezeichnung, die man im Zusammenhang mit den Gravediggaz immer wieder lesen und hören konnte. Kein Wunder, hatten sich hier Rza vom Wu-Tang Clan, Frukwan von Stetsasonic, der Produzent Prince Paul und Poetic aka Grym Reaper zusammengetan, um ein Album zu veröffentlichen, das Geschichte schreiben sollte. Auch wenn strittig ist, wer denn jetzt das Horrorcore-Genre erfunden hat (die Flatlinerz z.B. behaupteten in einem MTV News Interview, sie wären es gewesen), so kann man mit Sicherheit sagen, dass die Gravediggaz es zumindest entscheidend geprägt haben, auch wenn sie ihre Musik nie explizit als Horrorcore bezeichneten. Aber wie sollte man das, was einem auf 6 Feet Deep (in Europa als „Niggamortis“ veröffentlicht) um die Ohren flog, anders bezeichnen, als puren Horror? Die Beats dunkler als dunkel, die Texte voll von Wahnsinn, Tod und Verderben… so würde es sich wohl anhören, wenn die vier Reiter der Apokalpyse zum Mic gegriffen hätten, um den Weltenbrand musikalisch zu begleiten.
Ein paar Tracks im einzelnen:
Constant Elevation, stellt mit psychotischem Piano gleich klar, wo wir uns befinden – Critics say ‘Go to hell!’ I go ‘Yeah… stupid mother fucker I’m already there!’(Poetic).
1-800 Suicide – das Sunny-Sample mit der unverschämt grandiosen Bassline von Booker T & The MG’s jagt einem Schauer über den Rücken, während KRS-One proklamiert „It’s a Suicide“. Frukwan, Poetic und Rza geben Anleitungen zum Selbstmord, die von den üblichen (get a drink from the bar, get behind your wheel and crash the car) bis zu ausgefalleneren Methoden (… ran to the zoo, locked himself in the lion’s den) reichen. Hier ist mehr als nur eine Prise schwarzen Humors im Spiel.
Defective Trip (Trippin’) mit MC Serch (3rd Bass) und Biz Markie beleuchtet Drogenmissbrauch im Angesicht des Todes. Zigaretten mit Thiopental, Meskalin, und Rza verliert hörbar fast den Verstand (tut er des öfteren auf dem Album).
Diary of a Madman ist eine lebhaft-morbide Reise in die dunklen Abgründe der menschlichen Psyche, featuring Scientifik Shabbazz und Killah Priest, die hier großartige Arbeit abliefern. Das dazugehörige Video muss man gesehen haben, stark an den Streifen Jacob’s Ladder angelehnt wurde es von MTV aus dem Programm genommen, und die Gründe dafür sind wohl offensichtlich. Eins ist klar: Wer der Crew in der U-Bahn begegnet ist, nimmt ab jetzt den Bus:
12 Tracks + Intro, Outro und Skits. 6 Feet Deep ist ein Meilenstein ohne Wenn und Aber. Nicht reinhören, sondern durchhören ist die Devise… „Competition ain’t shit, here comes the Gravediggaz!“
Tracklist
1.Just When You Thought it Was Over
2.Constant Elevation
3.Nowhere to Run, Nowhere to Hide
4.Defective Trip(Trippin’) ft Biz Markie, MC Serch
5.2 Cups of Blood
6.Blood Brothers
7.360 Questions
8.1-800 Suicide
9.Diary of a Madman ft Scientifik Shabazz, Killah Priest
10.Mommy, What’s a Gravedigga
11.Bang Your Head
12.Here Comes the Gravediggaz
13.Graveyard Chamber
14.Deathtrap
15.6 Feet Deep
16.Rest In Peace
Gespeichert unter: 1993, Alben, Mad Kap, Videos | Schlagworte: Look Ma Duke No Hands, Mad Kap, MadKap

Mad Kap – Look Ma Duke, No Hands
Jahr: 1993
Viele CDs in meiner Sammlung sind sozusagen Einzelstücke. Nicht, dass es sich um besonders seltene Exemplare handeln würde, sondern eher in dem Sinne, dass die entsprechenden Künstler nie etwas anderes releast haben. So ist es mit diesem Album von Mad Kap, das 1993 auf Loud Records/RCA erschien. 9 Tracks stark (exklusive Interludes) und mit einem Sound ausgestattet, den man nach dem ersten Hören wohl eher der Ostküste zuordnen würde, zeigt ein Blick ins Booklet: das Album ist in LA aufgenommen worden. Auch kommen einige bekannte Kalifornier zu Wort, genauer gesagt die Alkaholiks auf Beddie-Bye und King Tee auf Check It Out. Der Jamaikaner Daddy Freddy, seines Zeichens Erfinder des Ragga-HipHop, gibt Phuck What Ya Heard ein entsprechendes Finish, und auf fast allen Tracks spielt MadKap-Member Dr. Soose die Trompete. Mein Favorit: When It Rains It Pours, was übersetzt in etwa mit „wenn’s kommt, dann kommt’s dicke“ zu vergleichen ist. Coke und Motif erzählen Geschichten über Gewalt, trauernde Familien und „Babies havin’ Babies“, während der Beat mit seinem hohen Kopfnick-Faktor die Nackenmuskeln strapaziert.
Was erwartet einen insgesamt? Fetter Boom-Bap-Sound, Skills, Cuts, typisches Posse-Hook-Gebrüll (Dopest Verse zum Beispiel hat all das auf einmal)… Musik, zu der man sich die Timberlands anziehen möchte um rumzuspringen wie ein Irrer. Dr. Soose’s Trompetenspiel gibt dem Album den letzten, besonderen Schliff, denn Hardcore-Rap mit Live-Instrumentierung war auch damals nicht unbedingt alltäglich.
Auf King Tee’s 93er „Tha Triflin Album“ gab es noch mal ein Gastfeature, ansonsten habe ich seit diesem Album nichts mehr von Mad Kap gehört oder gesehen; auch keine Solo-Projekte der Rapper Coke und Motif, und auch kein Trompeten-Album von Dr. Soose… Keine Ahnung wieso nichts hinterherkam, schade ist es auf jeden Fall. Aber man soll ja immer zufrieden sein mit dem was man hat, also bin ich froh, dass überhaupt ein Album erschienen ist. Sie hätten’s ja auch lassen können.
Gut, dass sie’s nicht getan haben.
Tracklist
1.Da Bud Zone (Here Comes The Break)
2.Da Whole Kit & Kaboodle
3.Irrelevant (Dickie’s Emporium)
4.When It Rains It’s Pours (Cheeba}
5.Check It Out (Oh Ph*ck Me Right?) ft. King Tee, Tash
6.Ph*ck What Ya Heard (Thoughts On The Indoe From Joe) ft. Daddy Freddy
7.Proof Is In The Puddin’ (Excuse Me Brutha!)
8.Beddie-Bye ft. Tha Alkaholiks
9.Dopest Verse
Gespeichert unter: 1992, Bushwick Bill, Geto Boys, Videos | Schlagworte: 5th Ward, Bushwick Bill, Geto Boys, Little Big Man

Bushwick Bill – Little Big Man
Jahr: 1992
Früher war ich oft bei WOM (World of Music, gibt es – zumindest hier in Berlin – nicht mehr), hab in den Platten und CDs gekramt und mir die importierten HipHop-Magazine durchgeblättert, immer auf der Suche nach Infos, Internet gab’s ja noch nicht. Ich hatte noch in Erinnerung, dass „Little Big Man“ von Bushwick Bill im „The Source“-Magazin nicht besonders gut weggekommen ist. Nach einigem Suchen stieß ich auf diesen (im übrigen sehr empfehlenswerten) Blog, der alle Ausgaben der Source nach und nach verfügbar macht. Gute Sache, die Oktober-Ausgabe von 1992 war es also. Und tatsächlich, nur 2.5 von 5 Mics, und dazu ein paar wenig herzliche Worte des Autors. Damals war ich ziemlich… sagen wir mal, irritiert. Immerhin war ich zu der Zeit schwer unter dem Einfluss des kleinen großen Mannes unterwegs. Meine selbstgemachten Mixtapes beinhalteten immer eine gute Portion von diesem Album, um mich per Walkman zu begleiten. Der Titeltrack Little Big Man hat mir beim ersten Hören ein breiteres Lächeln verpasst als so manch andere, auch nicht gerade unangenehme Erfahrung dieser Zeit. Der denkbar beste Einstieg in ein Album, das vor schweren Funk-Riffs und verbalen Gewaltexzessen nur so strotzt. Bushwick mordet sich durch Lieder wie Call Me Crazy, Skitso und Chuckwick, gerappt von Bill’s alter ego „Chuckie“, nimmt sich in erstaunlich nachdenklicher Weise den Klan vor (Letter to the KKK), oder fordert mit seinen Jungs „Take your motherfuckin’ draws off, bitch!“ (Take’Em Off).
In einer Hinsicht zumindest sind der Source-Mann und ich uns einig: der Höhepunkt des Albums ist Track Nummer 8, „Ever So Clear“ (siehe unten), auf dem Bushwick Bill darüber reflektiert, wie er sein Auge verlor. Ansonsten urteilte die Source: Texte zu brutal, zu frauenfeindlich, und das Psychopathen-Image überholt.
Für mich bleibt dieses Album das beste von Bushwick, und – neben „Mr. Scarface is Back“ – auch das beste Solo-Album eines Geto Boys überhaupt. Genau die richtigen Beats von James Smith und John Bido mit diesem gewissen 90er Down-South-Feeling, textlich gesehen natürlich nur für Hartgesottene, aber das war man aus dem 5th Ward ja sowieso nie anders gewohnt.
Definitiv ein Muss.
In der gleichen Ausgabe der Source erhielt übrigens Willie D’s „Goin’ Out Lika Soldier“ auch nur 2.5 von den berühmten 5 Mics. Naja, jedem seine Meinung. Ich hab mir jedenfalls die 10 DM für die Zeitschrift bei WOM gespart, bin nach Hause gegangen und hab die Geto Boys gehört.
Tracklist
1.Intro
2.Little Big Man
3.Stop Lying
4.Call Me Crazy
5.Chuckwick
6.Don’t Come To Big
7.Ever So Clear
8.Copper To Cash
9.Dollars And Sense
10.Letter From KKK
11.Take Em’ Off
12.Skitso











